Leserbriefe, welche im Wochenblatt erschienen sind


30. September 2021

Demokratie wie sie leibt und lebt

Das Projekt Dom hat hohe Wellen geworfen. Nun sind die Würfel gefallen und eine deutliche Mehrheit der Stimmenden hat sich gegen den Bau dieses Sport- und Kulturzentrums ausgesprochen. Dies gilt es zu akzeptieren. Wie stark das Projekt bewegt und mobilisiert hat, zeigt sich unter anderem durch die vielfältigen und zahlreichen Beiträge, welche im Wochenblatt zu diesem Thema publiziert wurden. Das Wochenblatt ist als viel beachteter amtlicher Anzeiger geradezu prädestiniert für solche Beiträge und eine ideale Plattform für die freie Meinungsäusserung. Zu meiner Überraschung und zu meinem noch grösseren Bedauern musste ich aber feststellen, dass offensichtlich nicht alle eingereichten Artikel zu diesem brisanten Thema publiziert wurden. Für mich ist das befremdlich und irritierend. Wie viele Personen vergebens in der Zeitung nach ihrem eingereichten Text gesucht haben, weiss ich nicht. Dass ich nicht der einzige Betroffene bin, ist mir aber persönlich bestätigt worden. Demzufolge stelle ich mir schon die Frage: Ist es richtig, dass sich die Wochenblatt-Redaktion politischen Belangen annimmt und selektioniert was abgedruckt wird? Sollte der Leserschaft nicht einfach das serviert werden, was eingereicht wird? Ich traue jedenfalls allen Leserinnen /Lesern zu, selbst zu entscheiden, was und wie viel sie zu einem Thema lesen wollen. Nur ausgewählte Beiträge zu publizieren, entspricht meines Erachtens nicht dem, was einer Demokratie gebührt.

Dieter Bloch

 


23. September 2021

Durchdachtes Projekt?

Ein innovativer, kubischer Bau mit Fassadenbegrünung würde viel mehr Sinn machen, da durch das hohe Runddach zu viel Platz und Heizleistung verloren geht. Zusätzlich wäre dann eine grosse Photovoltaik-Anlage realisierbar. Das Blockheizwerk mit Aescher Holz kann trotzdem entstehen. Eine optimale Auslastung würde man mit Integration von Schule, Kindergarten und Mittagstisch erreichen. Aesch ist aktuell eine «Nehmer-Gemeinde». Das heisst, sie bekommt somit Geld vom Finanzausgleich, weil die Gemeinde überdurchschnittlich stark belastet wird. Steht es uns wirklich zu, als solche so viel Geld zu investieren?

Deshalb ein überzeugtes Nein zum Dom.

Remo Bianchetti & Chantal Boeglin


Danke, haben Sie uns zugehört

Nach dem erfolgreichen Referendum durften wir Sie mit grossem Engagement und Herzblut über die Kehrseiten des Doms informieren. Dabei haben wir versucht für mehr Transparenz zu sorgen, auf Alternativen, aber auch auf die vielen Herausforderungen und leider auch auf Ungereimtheiten hinzuweisen. Dabei wurden wir von ausgewiesenen Fachpersonen - von Architekten bis Finanzexperten - beraten. Wir wurden überrascht über die offenen Türen, die wir mit unserem Anliegen eingerannt haben.

In vielen persönlichen Gesprächen sind wir dabei auf grosse Übereinstimmung und ermutigende Worte gestossen. Danke, haben Sie uns zugehört, unsere Homepage (www.referendum-dom.ch) besucht, den Flyer gelesen und sich Ihre Meinung zu einem höchst umstrittenen Eventhallen-Projekt gemacht.

Wir sind überzeugt, dass sich unser Engagement und Ihre Stimme zu Gunsten aller Aescher auszahlen wird und wir nach der Abstimmung zügig damit beginnen können, ein sinnvolles Projekt für Aesch an die Hand zu nehmen, um bessere Lösungen für unsere Sportvereine und insbesondere für unsere Kultur umzusetzen.

Niklaus Wasem für das Referendumskomitee «Nein zum Dom»


16. September 2021

Neutraler Gemeinderat?

Als bei der Gemeindeversammlung der Dom zur Abstimmung der Bevölkerung vorgestellt wurde, wäre meine generelle Erwartung gewesen, dass man das neutral macht. In einem neutralen Land, ist meine Erwartung der Gemeinde, dass sie in einem solchen Fall die Fakten auf den Tisch legen und nicht versuchen, das Volk zu manipulieren. Danach, kann gerne jede Partei, jeder Verein seine Meinung dazu kund tun.

Die Vereine, für die der Bau erstellt werden sollte, waren nicht gerade sehr zahlreich vorhanden. Da stellt sich die Frage, wollen die Mitglieder wirklich den Dom so sehr? Wenn ich ein persönliches Interesse hätte, würde ich es mir sicher ermöglichen, zu einer Abstimmung gehen zu können, oder?

Wäre es also nicht angebrachter, eine Steuersenkung, welche jahrelang ein Thema bei der Gemeindeversammlung war und plötzlich keines mehr ist, für alle zu haben oder einen Dom, den scheinbar ausser dem Gemeinderat, keiner haben möchte?

Frank Bauer


Äpfel und Birnen

Herr Thummel preist die Projekte in Pruntrut und von Ambri als Leuchtturmprojekte an. Zurecht wie ich finde. Genauso sollte man Grossprojekte angehen. Damit aber hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Das Eishockeystadion (!) für den HC Ajoie steht für das, was Birsstadt nie hinbekommt. Ein gemeinsames Projekt von 21 Gemeinden! Dazu bezahlt der Kanton und sogar der Bund einen beträchtlichen Anteil an den Kosten. Da kann sich jeder ausrechnen, was dies die Stadt Pruntrut effektiv kostet. Auch das Beispiel von Ambri hinkt gewaltig. Von den 51 Mio. sind 75% fremdfinanziert. Auch die Gemeinden aus der Region unterstützen das Projekt, teils mit Bürgschaften. So sprach z.B. Faido einen Kredit über 0.8 Mio und Airolo und Prato Leventina sicherten gemeinsam Bürg- schaften in Höhe von 2 Mio. Kann man alles nachlesen. Ambri selber hat über 4000 Saisonkarten verkauft und generiert 4 Mio. Einnahmen, davon braucht der Verein gegen zwei Millionen für die Zinsen. Den Dom in Aesch dürfen wir Steuerzahlerinnen und Steuerzahler aber mehrheitlich selber bezahlen, nämlich mindestens 17 Mio. Herr Thummel hat keine sachlichen, nachvollziehbaren Argumente für den Bau des Doms. Ich hoffe, die Aescherinnen und Aescher durchschauen diese billige Taktik. Ein klares Nein zu einem überrissen, unnötigen Luxus-Projekt, welches den Weg frei macht für eine zweckmässige, sinnvollere Lösung.

Paul Svoboda, ehem. Gemeinderat


Und wo bitte hat es Parkplätze?

Die heutigen Anlagen im Löhrenacker (u.a. Mehrzweckhalle, FC Aesch, Robiplatz, Tennis) umfassen 228 permanente Parkplätze. Diese Parkplätze sind entsprechend Wetter und Anlässen gut besetzt. Die geplante Eventhalle fasst bis zu 3600 Zuschauer, hierfür sind gemäss Angabe der Gemeinde gerade einmal 63 neue permanente Parklätze vorgesehen.

Glauben Sie allen Ernstes, dass jemand den Ausweichparkplatz ISB nutzen und die rund 1.5 Kilometer zu Fuss zur Halle zurücklegen wird? Oder glauben Sie, dass der ISB Parkplatz zur Verfügung stehen wird, wenn Veranstaltungen tagsüber, also während der Schulzeit stattfinden? Aller guten Dinge sind drei, glauben Sie, dass ISB und Landi dafür die für Grossanlässe notwendigen 500 - 1'000 Parkplätze zur Verfügung stellen können?

Ein solches Missverhältnis wird bei Anlässen im Dom unweigerlich zu unerträglichen Verkehrsbelästigungen in den umliegenden Quartieren führen. Ganz klar, hier läuft bereits seit der Erstellung des Parking-Konzepts etwas falsch. Wann kommt der Nachtrag für ein Parkhaus?

Da kann man nur nein stimmen zur geplanten Eventhalle.

Annemarie Zuber


Soll die Gemeinde einen Profiverein mit Steuergeldern unterstützen?

Die erste Mannschaft von SM‘Aesch-Pfeffingen, in welcher neben 4 Amerikanerinnen, auch eine Japanerin und eine Kanadierin spielen, ist eben nicht «der Volleyballverein». Die Profis sind von der SMAP Firma angestellt. Die Geschäftsstelle befindet sich – wie praktisch – direkt im Schloss. Man hat ihnen die ehemalige Abwartswohnung zur Verfügung gestellt. Beim DOM geht es eben entgegen den Äusserungen der Befürworter doch primär um den Proficlub. Denn dieser ist der einzige, welcher eine so hohe Halle braucht, damit er seine Europacupspiele austragen kann. Oder welcher andere Verein braucht 1'800 Sitzplätze? Man kann sich auch jetzt schon ausrechnen, wer die meiste Zeit in dieser Halle spielen und trainieren darf. Wohl kaum der Breitensport. Für diesen sind wir zuständig, nicht jedoch für den Profibetrieb. Nein zu einem DOM der nur ein paar wenigen dient.

Ueli Siegenthaler

Komitee NEIN zum Dom


Überdimensionierter Neubau

Ende September dürfen die stimmberechtigten Einwohner von Aesch über den Dom abstimmen. Grundsätzlich stehe ich gerne hinter einer Erweiterung für unser Kultur-, Freizeit-, und Vereinsleben. In dieser Form und Grösse ist dieses Projekt für mich jedoch nicht realistisch. Die Mittel für die projektierten Baukosten von 19,5 Mio sind im aktuellen Tiefzinsniveau für die Gemeinde relativ kos- tengünstig zu beschaffen. Doch bleibt dies auch so? Der jährlich anfallende Aufwand für Gebäudeunterhalt, Abschreibungen, Ersatzinvestitionen und Betriebsunterhalt wird vonseiten Behörde falsch dargestellt.

Hier kommen für die Zukunft gewaltige Kosten auf den Steuerzahler zu. Auch die Ertragseinnahmen werden vom Prokomitee unrealistisch aufgezeigt. Unsere Dorfvereine und Clubs bringen wenige Mieteinnahmen. Und die Eventbranche für eine zusätzliche Auslastung mit Konzerten und Aufführungen ist nicht erst seit Corona ein schwieriges und hart umkämpftes Geschäft.

Deshalb Hände weg von einem überdimensionierten und teuren Neubau. Sinnvoll ist, die bestehende Infrastruktur zu optimieren und gezielt zu nutzen. Danke für Ihr nein am 26. September.

Nicolas Dolder


09. September 2021

Viel Luft für nichts!

Der Dom soll neben Kultur, Sport und Event ja auch eine nicht zu vernachlässigende ökologische Komponente beinhalten: er ist aus Holz geplant und soll mit lokalem Holz geheizt werden. Etwas weniger ökologisch wird es dann, wenn ich statt einem einfachen Kubus eine Halbkugel beheize, bei der rund ein Drittel des Volumens ins Leere geheizt wird. Ob der Dom architektonisch etwas darstellt, darüber kann man sich streiten. Dass er mehr CO2 freisetzt und unserem umliegenden Wald viel mehr abverlangt, als eine funktionale Bauweise es tun würde, ist eine Tatsache. Aesch – mit dem Zertifikat «Energiestadt» – soll und darf den Fokus auf ökologische Aspekte legen, aber bitte konsequent und nicht nur dort wo es genehm ist.

Ein klares Nein zum Dom.

Joël Häring


Gründe für ein Nein zum Dom!

Das Traktandum «Dom» hätte am 15. Juni aus vielerlei Gründen nicht zur Gemeindeversammlung und zur Abstimmung gelangen dürfen. Denn, der Gemeinderat hat bei diesem Sachgeschäft in mehrfacher Weise diverse verwaltungsrechtliche Vorgaben verletzt:

  1. Er hat keinen öffentlichen Architekturwettbewerb, unter Federführung einer unabhängigen und professionellen Jury, durchgeführt.

  2. Er hat keine Mitwirkung der Bevölkerung ermöglicht. Nur die Vereine als direkte Profiteure wurden involviert.

  3. Er hat eine öffentliche Unternehmer-Ausschreibung des Dom-Projekts verhindert, was dem öffentlichen Beschaffungsgesetz widerspricht. Eine freihändige Vergabe über eine Vergabesumme von 8.6 Mio.Franken ist gesetzeswidrig. Mit diesem widerrechtlichem Vorgehen nimmt der Gemeinderat eine Finanzschädigung zu Lasten der Steuerzahler in Kauf.

  4. Er bevorzugt die Firma Häring AG als Totalunternehmerin unter der Begründung, dass nur diese den Dom realisieren könne, was nachweislich falsch ist!

  5. Er verschwieg vor der Gemeindeversammlung die Finanz-Risiken (Betriebsdefizit, Steuererhöhungen, etc.) und informierte einseitig über das Dom-Projekt. Damit hatten die Stimmberechtigten keine objektiven Entscheidungsgrundlagen an der Gemeindeversammlung. Genug Gründe für ein Nein zum Dom. Höchste Zeit, dass der Souverän dieses verschwenderische und selbstgefällige Sachgeschäft an der Urne versenkt und an Absender zurückschickt.

Markus Schwarz, Architekt


Bodenressourcen vergeuden?

Vor kurzem befuhren wir den Pfeffingerring, in Richtung Löhrenacker. Ich blickte zur bestehenden Mehrzweckhalle und stellte fest, dass diese in den davorstehenden Bäumen praktisch verschwindet und kaum zu sehen ist.

In Gedanken an den Dom hielt ich am Herrenweg an, und bat meine Frau, kurz auszusteigen. Wir blickten dorthin, wo dereinst der Dom entstehen soll. Ich versuchte, die Ausmasse dieses Kuppelbaus abzuschätzen. Ein Gebäude in der Höhe eines siebenstöckigen Hauses mit einer Breite von 70 Metern.

Immer wieder fällt mir auf, wie wir in der Schweiz unseren Boden mehr und mehr zubauen. Machen wir uns überhaupt Gedanken, ob immer neue Gebäude in unserer Landschaft nötig sind oder erfreuen wir uns einfach an dem Neuen anstelle Alternativen zu suchen, die weniger Bodenressourcen verschlingen würden. Dieser Dom ist in seinen Dimensionen äusserst prägnant. Das Aescher Feld wird nicht mehr als solches zu erkennen sein. Der Dom dominiert von jeder Betrachtungsseite.

Sicherlich, die Kultur in Aesch braucht Lösungen. Doch genau diese wird mit dem neuen Bau nicht ausreichend berücksichtigt. Zwar ist es für den Volleyball und den FC (Garderoben) eine feudale Lösung, doch ausreichend Probelokalitäten sind im Neubau wieder nicht vorhanden. Um allen gerecht zu werden ist dieser Dom nicht das Richtige.

Deshalb und in Anbetracht der bebauten Fläche dieses riesigen Gebäudes, können wir dieses Projekt nicht gutheissen und empfehlen, ein NEIN in die Urne zu legen.

T. Meyer und J. Zeller


Aescher Lebensqualität

Fussläufig erreichbare Infrastruktur des täglichen Gebrauchs und gleichzeitig viel grüne Landschaft in Siedlungsnähe: Das ist Aesch. Zieht wirklich jemand aus Aesch fort, weil er hier ein bestimmtes infrastrukturelles Gebäude vermisst? Einen Teil des grünen Aesch finden wir auch im Gebiet des Löhrenacker, das Ensemble von Spielplatz, Bocciabahn und Grill an diesem Standort, mit für das ganze Birseck einmaligem Weitblick in der Talebene, hat sich in den letzten zehn Jahren zu einem beliebten Treffpunkt aller Generationen entwickelt.

Dieses Stück Lebensqualität soll nun einem gigantischen Bau weichen, der bei 75 Meter Durchmesser deutlich mehr als die doppelte Fläche der bestehenden Mehrzweckhalle beanspruchen würde! Beim Lesen gewisser Pro-Argumentarien

könnte man meinen, dass ohne den Dom sämtliches Vereinsleben von Kultur bis Sport praktisch nicht mehr möglich ist und Kinder und Jugendliche um ein gutes Stück ihrer Möglichkeiten beschnitten werden. Sind die Mitgliederzahlen der Vereine bei über längerer Zeit kaum gewachsener Aescher Bevölkerung tatsächlich derart explodiert, oder bauen wir Infrastruktur für externe Besucher?

Wir sollten keinen Tourismus nach Aesch fördern, es gibt keinen Grund dazu. Verhindern wir einen Prestigebau einer sehr partikulären Interessensgruppe. Es ist stattdessen in Projekte im bebauten Gebiet zu investieren, welche der in Aesch ansässigen Bevölkerung eins zu eins und in der nötigen Breite zugutekommen.

André Zubler


Sorry, aber dafür reicht das Geld leider nicht

Aesch deckt alle Wünsche, die an eine attraktive Gemeinde im Baselbiet gestellt werden, ab. Von der wunderschönen Lage, mit seinem Naherholungsgebiet, über die optimale Anbindung an den öffentlichen wie auch privaten Verkehr. Dazu gehört auch die schulische Bildung, von der Spielgruppe bis zur Oberstufe und einer International School, sowie Angebote für den Mittagstisch und diverse Kitas. Und auch für die Freizeit, ob Sport oder Spass, kulturell oder lieber sozial ist mit seinen verschiedenen Vereinen für jede Altersklasse gesorgt. Anlässe, wie das Pfarreifest, diverse Märkte, die Kulturnacht und die Fasnacht sind ein Garant dafür, dass unser Dorf ein lebendiges Dorf ist. Dies alles ist aber nur dank einer vernünftigen Finanzpolitik möglich. Nur so, heisst es in zukünftigen Jahren nicht „sorry, aber dafür reicht das Geld leider nicht, wir haben es bereits anderweitig ausgegeben“ oder „würden wir ja gerne erfüllen, aber dann müssen die Steuern erhöht werden“. Daher ist für mich klar, dass der Sport und insbesondere auch die anderen, vorwiegend kulturellen Vereine, Platz für ihr Material brauchen und einen Ort wo sie ungestört üben und sich präsentieren können. Doch zu welchem Preis? Ich wünschte mir, man würde noch einmal einen Reset machen, einen Schritt zurück gehen und etwas bescheidener, vor allem auch gerechter planen, immer im Auge behaltend, dass Aesch keinen Geldschein-Drucker im Schlosskeller stehen hat.

Tosca Siegenthaler-Gschwind


02. September

Luxus und Finanzausgleich

In den letzten zehn Jahren gehörte die Gemeinde Aesch aufgrund ihrer schwachen finanziellen Situation insgesamt sieben Mal zu den Empfängergemeinden aus dem kantonalen Finanzausgleich. So auch in den letzten drei Jahren. Waren es im 2018 noch 512'000 Franken und im 2020 704'000 Franken, so sind es dieses Jahr stolze 2'781'000 Franken, die Aesch von den Gebergemeinden aus dem Finanzausgleich erhält. Trotzdem erklären der Gemeinderat und die Dom-Befürworterinnen und Befürworter, die Aescher Finanzen seien gesund und Aesch könne sich diesen überdimensionierten Luxusbau samt den jährlich anfallenden Betriebs- und Unterhaltskosten in beachtlicher Höhe locker leisten. Gerne würde ich mich dieser Meinung anschliessen. Doch allein mir fehlt der Glaube. Denn das Ganze passt für mich einfach nicht zusammen. Gerade auch vor dem Hintergrund der finanziellen Herausforderungen, die auf unsere Gemeinde noch zukommen werden: fehlender Schulraum, Überalterung der Bevölkerung mit steigenden Pflegekosten, Auswirkungen der Corona-Krise auf die Arbeitslosenzahlen und die Sozialhilfekosten. Der Luxus-Dom steht für mich deshalb quer in der finanzpolitischen Landschaft. Ein bisschen mehr Bescheidenheit würde unserem Dorf gut anstehen. Wir brauchen keinen Dom, eine ganz normale Kirche tut es auch.

Also: Nein zum Dom!

Franz Bloch-Bacci, alt Landrat und alt Gemeinderat


Nein zum Dom und Steuererhöhungen

Die Erstellungskosten für den Dom betragen gemäss Broschüre der Gemeinde Aesch mit Umgebung, Mobiliar und Anschlussbeiträgen total 21,5 Mio. Franken (exkl. Sponsoren). Da es sich um einen öffentlichen Auftrag handelt (notabene ohne öffentliche Ausschreibung!) ist bis zum Projektende mit einer üblichen Kostenüberschreitungvon ca. 25 bis 30 Prozent zu rechnen. Die Realisierungskosten werden folglich näher bei 27 Mio. Franken liegen. Bereits in der Budgetvorlage zur Gemeindeabstimmung rechnet die Gemeindemit einem jährlichen Dom-Betriebsdefizit. Was passiert also, wenn die Bauabrechnung, der Hypothekarzins oder die Betriebskosten höher als budgetiert ausfallen? Und zwar nicht nur für die nächsten fünf Jahre, sondern über Jahrzehnte? Wer übernimmt das wiederkehrende Betriebsdefizit? Der beauftragte Event-Veranstalter? Die Vereine? Natürlich nicht. Am Ende bezahlen wir Einwohner das Defizit! Als Privatschuldner würden Sie unter diesen Voraussetzungen von keiner Bank eine Finanzierung erhalten, aber das spielt hier keine Rolle, weil wir Aescher für dieses gigantische Dom-Projekt und diese Zusatzverschuldung alle solidarisch haften, und zwar mittels Steuererhöhungen über Generationen hinaus!

Nein zum Dom mit Steuererhöhungen!

Assia Schwarz, Immobilienmaklerin


Beschimpfungen in sozialen Medien

Es gibt durchaus gute Gründe für oder gegen den Dom zu sein. Die Diskussion darüber sollte jedoch sachlich bleiben. Gegen pointierte Leserbriefe ist nichts auszusetzen. Auch Missstände dürfen jederzeit beim Namen genannt werden. Was aber nicht geht, ist die Beschimpfung derjenigen, welche nicht die Meinung des Kampagne-Leiters (Ja-Komitee) teilen. Dieser fällt leider von Anfang an mit teilweise fragwürdigen Posts in den sozialen Medien auf. So bezeichnet er bereits das Ergreifen des Referendums als undemokratisch und beweist damit, dass er unser politisches System nicht akzeptieren will. Und das als Präsident der Geschäftsprüfungskommission. Was aber überhaupt nicht geht, ist, diejenigen, welche sich aus guten Gründen gegen den Dom zur Wehr setzen, als egoistisch, kurzsichtig und dumm zu bezeichnen. Überzeugen Sie bitte mit Argumenten, aber nicht mit Beschimpfungen und Ausfälligkeiten. Und überlegen sie sich, ob Sie mit solch einer Haltung dem politischen Amt als GPK Präsident noch gewachsen sind. Wir bleiben dabei, der Dom wird uns noch Jahre mit hohen Kosten belasten. Verwenden wir einen Teil des Geldes für sinnvollere Projekte und stimmen Nein gegen den Dom.

Referendumskomitee: Ueli Siegenthaler, Niklaus Wasem, Ralph Huber, Paul Svoboda, Claudia Zumsteg, Jean-Pierre Müller, Nicolas Dolder, Erich Brunner, Nadja Bertesaghi und weitere


26. August

Kein Wettbewerb, keine Ausschreibung

Der Dom soll die Gemeinde rund 15 Millionen kosten. Der dafür bereits vorgesehen Erbauer hat der Gemeinde einen Fixpreis garantiert. Wie kann das sein, wenn doch die Rohstoffpreise die letzten zwei Jahre über 10 Prozent gestiegen sind? Wer kommt dann für die Mehrkosten auf? Warum wurde dieses Projekt nicht ausgeschrieben? An der Juni-Gemeindeversammlung bestätigte ein anwesender Architekt, dass nicht nur die Firma Häring, solche Holzbauten erstellen kann. Zudem hätte ich mir einen Ideen-Wettbewerb gewünscht. War leider auch nicht der Fall. Deshalb ein überzeugtes Nein zum Dom.

Remo Bianchetti


Das Märchen von 14,5 Millionen

Liebe Aescher Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, wir sollten uns klar werden über die effektiven Kosten des Dom-Projekts. Die Zahl 14,5 Millionen hat nichts mit den Dom-Kosten zu tun. An der Gemeindeversammlung am 15. Juni wurden Kredite von 19,5 Millionen plus 1,25 Millionen beantragt und bewilligt. Dazu kommt ein Budget von 0,6 Millionen für Umgebungsarbeiten. Das ergibt Dom-Kosten in der Höhe von 21,35 Millionen Franken. Davon muss man 4 Millionen Beiträge vom Kanton, der BLKB und der Bürgergemeinde in Abzug bringen. Das ergibt Stand heute für den Aescher Steuerzahler Dom-Kosten in der Höhe von 17,35 Millionen Franken. Man beachte, dass die Entnahme von einer Million aus dem Fonds «Standortentwicklung» bereits durch die Aescher Steuerzahler bezahlt wurden und deshalb Bestandteil der Dom-Kosten sind. Zudem sind in den Projektkosten zu erwartende Nachtragskredit-Anträge noch nicht enthalten. Ich würde von den Befürwortern erwarten, dass sie zwischen Projektkosten (Dom-Kosten) und Projektfinanzierung (14.5 Mio Fr. Kapitalaufnahme) differenzieren. In Anbetracht dessen, dass der Betrag von 19,5 Millionen nicht aufgrund einer Berechnung, sondern eher aufgrund einer Schätzung (Kostendach) zu Stande kam, kann man nicht anders als diese Vorlage an der Urne abzulehnen. Ein klares «Nein» zum Dom-Projekt.

Katharina Aeberhard


Ein Schnäppchen?

Vielleicht sollte der Gemeinderat sich im Verkauf engagieren, so wie er uns diesen Dom anpreist. Läppische 14,5 Millionen soll er bloss kosten. Wer kann da schon nein sagen? Aber vielleicht sollte man ein wenig genauer hinschauen. Und schon sieht das Ganze nicht mehr ganz so rosig aus. Eine weitere zusätzliche Million kommt nämlich auch aus der Gemeindekasse (Standortfond). Die Kanalisation und die Umgebungsarbeiten kosten zwei weitere Millionen. Und dann soll ja noch etwas übrig bleiben für die Ausstattung der Halle. Und schon sind wir bei 17 Millionen. Die Kosten für den Betrieb der Halle, Sonderwünsche und die üblichen Mehrkosten bei solchen Bauten nicht mitgerechnet. Leider gibt es auch keine Vergleichsmöglichkeit, da der Gemeinderat anscheinend genau weiss, welche Halle für Aesch gut sein soll und bewusst keine Alternativprojekte weiterverfolgte. So viel Geld, für etwas, das wir gar nicht brauchen. Dafür gibt es von mir ein klares Nein.

Hansjörg Dill, Komitee Nein zum Dom


Gründe, warum ich Nein sage

Die Profimannschaft von Sm’Aesch Pfeffingen will hoch hinaus und entsprechend stehen einflussreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik dahinter. Das Kader wurde mit vielen internationalen Spielerinnen verstärkt, um ganz oben anzukommen. Wie viele wissen, ist die Mehrzweckhalle für internationale Spiele 1 Meter zu wenig hoch. Mir kann man sagen was man will, aber mit dem Dom möchte man genau dieses Problem lösen. Vor einigen Jahren wurde die Mehrzweckhalle für ca. 4,5 Mio. Franken renoviert. Aesch sparte nicht mit Geld, um Infrastrukturen für die Vereine zu unterhalten und zu schaffen. Wir haben Top-Sportanlagen und einen erfolgreichen Breitensport. Wenn sich jetzt ein Verein, respektive die SMAP GmbH, zu welcher die Profimannschaft gehört, solche internationalen Spiele als ehrgeiziges Ziel steckt, dann frage ich mich, ob meine Steuern für diesen Ehrgeiz verbraucht werden müssen. Für mich kann es nicht sein, dass Aesch so viel Schulden macht, damit die Kriterien für Sm’Aesch Pfeffingen international erfüllt sind.

Den Dom dann noch mit dem Argument «Kultur» der Bevölkerung zu verkaufen, dient dazu, die Stimmen der Vereine auf sicher zu haben. Wie der Dom von den Vereinen dann wirklich benutzt werden kann, würde sich erst später zeigen. Man kann davon ausgehen, dass die Profimannschaft den Vorrang bekommt. Die Katze im Sack mit vielen Fragen kaufen? Viele Autos, wenig Geldeinnahmen, hohe Unterhalts- und Betriebskosten und fast 20 Millionen Franken, die dafür ausgegeben werden. Alles Gründe, warum ich Nein sage.

Erich Brunner


19. August

Sind das wirklich die wahren Kosten?

Ich würde mir sehr wünschen, der Gemeinderat würde uns offen und transparent über die wahren Kosten informieren. Wie kann ein Unternehmer jetzt schon einen fixen Preis garantieren? Wurde dieser Preis vertraglich vereinbart? Und wenn die Kosten für die Rohstoffe weiterhin so steigen? Wer muss diese Mehrkosten dann übernehmen? Leider wird hier nicht mit offen Karten gespielt und es ist davon auszugehen, dass wir dann einem Nachtragskredit von einigen Millionen zähneknirschend zustimmen müssen. Natürlich ohne Konsequenzen für irgendjemanden. Ich glaube diesen Zahlen nicht und stimme aus Überzeugung mit Nein.

Ueli Siegenthaler Komitee «Nein zum Dom»


Nein zum Dom

Das multikomplexe Projekt «Dom» sieht auf dem Papier sehr gut aus. Aber in der Realität sieht es ganz anders aus. Der multikomplexe Dom bestehend aus, Sport/Event und Kultur/Theater geht das? Man stelle sich vor, das Stadttheater und die St. Jakobshalle wären zusammen im selben Gebäude/Raum!? Ich bin der Meinung, das geht gar nicht gut! Denn das eine ist sehr laut, was das andere gar nicht gebrauchen kann. Somit gehört Sport/Event und Kultur/Theater räumlich getrennt! Was jetzt für die Vereine das Allerheil sein soll, wird in der Praxis in Frustration enden. Diverse Vereine sind keinen Schritt weiter und bleiben an demselben Punkt wie heute. Proben sind wieder in ihren «alten» Lokalitäten und Instrumente müssen wieder hin und her transportiert werden. Ist dieser multikomplexe Dom in dieser Form wirklich brauchbar, und für so viel Geld?

Hansjörg Dill Komitee «Nein zum Dom»


Seltsames Vorgehen

20 Millionen kostet der «Dom», per Definition eine Kirche mit herausragender Bedeutung. Herausragend ist hier nur der Preis. Zwei Millionen erhalten wir zwar vom Kanton (sind übrigens auch Steuergelder), die es aber bei einem vernünftigeren, nicht ganz so überdimensionierten Prestigeprojekt ebenfalls gegeben hätte! Was mich als Juristin aber extrem stört, ist der saloppe Umgang mit unseren Steuergeldern. Ohne Ausschreibung oder Wettbewerb entscheidet der Gemeinderat für uns alle, welches das richtige Projekt ist und erhöht gleich noch die Schulden auf 30 Millionen. Wahrlich keine Glanzleistung. Die fehlende Ausschreibung ist meiner Meinung nach höchst fragwürdig, wenn nicht gar rechtswidrig. Scheinbar soll nur die Firma Häring in der Lage sein, eine Holzhalbkugel zu bauen. Auskünfte von Architekten stellen dies ganz klar in Abrede. Da mache ich nicht mit. Stimmen sie bitte gegen dieses unnötige, überteuerte Projekt und machen sie damit den Weg frei für bessere, volksnähere Lösungen. Bauten, welche auch wirklich notwendig und zahlbar sind und uns Junge nicht auf Jahre belasten.

Shelley Gutjahr, Juristin


12. August

Brauchen wir eine Kultstätte?

Der Dom soll eine Kultstätte werden, daraufhin deutet schon der Name. Doch ich befürchte, dass wie beim Namensvetter im Nachbardorf die «Auslastung» nur an wenigen Spitzentagen gegeben sein wird - bis zu 3600 Sitzplätze. Genauso wie früher die Kirche «heilig» war, sind es heute gewisse Sportarten und für diese werden weltweit Tempel gebaut. Nicht zuletzt dank dem heiligen St. Jakobspark ging es mit den FCB vor 20 Jahren aufwärts. Da bin ich froh, dass der FC Aesch in erster Linie nur Garderoben benötigt. So grossartig das Projekt ist, für mich ist ein Gebäude, doppelt so hoch wie die jetzige Halle überdimensioniert und damit auch die jährlichen Folgekosten. Deshalb: Nein zum Dom!

Michael Vollgraff


Wer soll das bezahlen?

Scheinbar geht es unserer Gemeinde recht gut. So gut, dass der Gemeinderat für 20 Millionen eine unnötige Halle bauen will. Wir haben jetzt schon Schulden und jetzt soll dieser Schuldenberg tatsächlich weiter erhöht werden?

Selbst der Gemeinderat weiss nicht, wie sich die Zinsen und die Teuerung entwickeln werden. Hohe Schulden sind Gift für eine Gemeinde, führen unweigerlich zu einer Steuererhöhung und zu Leistungsabbau. Wir brauchen diesen Dom nicht.

Gebt das Geld, wenn schon, für notwendige Projekte wie Schulhäuser und einen attraktiveren Dorfkern aus. Verschont uns aber mit diesem Prestigebau.

Ueli Siegenthaler


Dom, so unnötig wie überteuert

Die Joggelihalle für die Stadt Basel mit seinen fast 200'000 Einwohner/-innen, ist ja schon recht gross, nämlich 60m lang, 40m breit und 18m hoch. Und trotzdem kleiner als der Dom für 10'000 Einwohner mit einem Durchmesser von 75m und einer Kuppelhöhe von 21m. Ist dies nicht doch ein wenig übertrieben? Und weshalb haben doppelt so grosse Gemeinden wie Allschwil oder Reinach oder andere grössere Gemeinden keine zweite Dreifachhalle? Sie haben doch sicher nicht weniger Vereine als Aesch. Ich denke es braucht diese zweite Halle nicht. Zu diesem Entschluss ist die Gemeinde im Übrigen schon im Jahre 2014 von selbst gekommen. In ihrer Botschaft zur Gemeindeversammlung für den "Kreditantrag zur Sanierung der MZH Löhrenacker" kam der Gemeinderat zur Erkenntnis, dass Aesch nicht über genügend Finanzmittel für eine neue MZH im Betrag von CHF 10 Mio. verfügt und deshalb die Sanierung genügen müsse. Was hat sich denn seitdem fundamental verändert? Gibt es plötzlich mehr Vereine in Aesch? Kann ich mir nicht vorstellen. Hier geht es nicht um die Vereine. Der Dom ist einfach nur ein Prestigeobjekt für ein paar wenige, das uns 30 Millionen Schulden hinterlässt. Der Gemeinderat verschweigt zudem die Risiken des Projekts und informiert einseitig und unkorrekt. Dom, ein Projekt, so unnötig wie überteuert. Wer klug, weitsichtig und verantwortungsvoll entscheiden möchte, sagt klar NEIN!!!!!

Kevin Dind


Sagt Aesch wirklich Ja zum umstrittenen Domprojekt?

An der Abstimmung anlässlich der Generalversammlung vom 15. Juni über die Gewährung eines Investitionskredits von 14,5 Millionen Franken für das Dom-Projekt, nahmen nur 376 der anwesenden Stimmberechtigten teil. Das Ergebnis (252 Ja, 116 Nein, 8 Enthaltungen) war eine klare Entscheidung. Aber hat Aesch damit wirklich Ja gesagt? Legen wir die tatsächliche Zahl von 6450 Stimmberechtigten zugrunde, haben nur ca. 6 Prozent der Gesamtheit der stimmberechtigten Bevölkerung ihre Meinung an der GV geäussert. Das ist für so ein Grossprojekt beschämend wenig. Von einer aussagekräftigen demokratischen Legitimation ganz zu schweigen. Jedes Grossprojekt trägt das Risiko des Scheiterns in sich. Wir glauben dem Gemeinderat, dass er alles bedacht und abgewogen hat. Aber auch er ist, nicht vor Unwägbarkeiten und Unerwartetem gefeit. Dann hätte ein unglückliches Scheitern des Projektes gravierende Folgen für alle 10'428 Einwohner von Aesch. Ob stimmberechtigt oder nicht. Haben wir damit den 252 Zustimmenden nicht eine zu grosse Last an Verantwortung überbürdet? Ein Referendum gegen den Beschluss an der Gemeindeversammlung einzuleiten ist also absolut nötig. Es muss unterstützt werden. Die Verantwortung für ein so grosses und komplexes 20-Millionen-Geschäft, kann nur von vielen getragen werden. Dies entspricht unserer bewährten demokratischen Tradition. Es ist sicher keine Zwängerei wie offen kolportiert.

H.-J. Dill, Überparteiliches Referendumskomitee Klaus Wetzel, Einwohner


8. Juli

Demokratie. Ein grosses Wort

Für uns selbstverständlich, und wir rühmen uns ja, die beste aller Demokratien zu sein. Dass in der Schweiz das Frauenstimmrecht vor 50 Jahren als eines der letzten Länder auf dieser Welt eingeführt wurde, ist auch Demokratie. Was hat das mit dem Dom zu tun? Nichts. Aber ich bin in einem Kanton aufgewachsen in der die Landsgemeinde als urtümlichste aller Demokratien gefeiert wurde und ich war stolz darauf und mag mich auch an denkwürdige Abstimmungen erinnern um Baubewilligungen für Endlagerung von radioaktivem Atomabfall, wo Befürworter und Gegner durch unterschiedliche Zählstationen durchgingen und sich böse Blicke zuwarfen, welche nachhaltige Auswirkungen auf die Beziehungen hatten. In einem anderen Kanton wurde an einer Landsgemeinde 2006 sehr überraschend die Fusion von 25 Gemeinden auf drei Gemeinden beschlossen – man stelle sich die Diskussionen in unserem Kanton vor, wo Biel und Benken als letzte Gemeinden 1972 fusionierten. Wieder in einem anderen Kanton wurde 1990 das Frauenstimmrecht abgelehnt. Gerade, weil ich die direkte Demokratie schätze und die Vor- und Nachteile einer Gemeindeversammlung kenne, setze ich mich gerne im Referendumskomitee dafür ein, dass alle Stimmberechtigten sich noch schriftlich äussern können.

Michael Vollgraff


Aesch und sein Dom

Die Nachbargemeinde Pfeffingen schliesst das Jahr 2020 mit einem Überschuss von gut 1,3 Millionen Franken ab, den sie zur Äufnung der finanzpolitischen Reserven verwendet. Aesch musste seine finanzpolitische Reserve von gut 1,5 Millionen Franken zum teilweisen Auffangen des Verlusts 2020 einsetzen, eine Reserve die – wohlverstanden - der Gemeinderat zur Eliminierung des budgetierten Verlusts 2021 einsetzen wollte. Nun spekuliert unsere Behörde auf ein deutlich besseres Ergebnis 2021 als beim Budget angenommen, so dass Aesch auch ohne Reserve finanziell über die Runden kommen sollte. Eine denkbar schlechte Voraussetzung für eine Investition von netto 14,5 Millionen Franken für ein «Ni-ce-to-have-Projekt!» Mit dem Referendum haben wir Stimmbürger Gelegenheit, den Baubeginn erst einmal zu stoppen, bis die mittelfristigen Finanzprognosen für Aesch auf besserem Fundament stehen als heute. Und wer weiss, vielleicht gibt’s ja auch noch einen Beitrag vom Nachbarn!

Handruedi Ritz


1. Juli

An der Urne abstimmen

Geschätzte Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Am letzten Frischmarkt waren unsere Mitglieder des Referen- dumskomitees erfreut über die zahlreichen interessanten Gespräche und die vielen Unterschriften, die bereits gesammelt werden konnten. Auch Ihre Unterschrift zählt für eine Urnenabstimmung zum Dom. Am nächsten Samstag, 3. Juli, sind wir wieder von 9 bis 12 Uhr auf dem Dorfplatz beim Coop und bei der Migros. Kommen Sie vorbei und reden Sie mit uns. Wir wollen eine demokratische Abstimmung zu diesem Grossprojekt. Alle Stimmberechtigten sollen an der Urne entscheiden können, ob sie diese Schuld in den nächsten Jahrzehnten abtragen wollen. In keinem Land der Welt hat das Volk mehr Macht als in der Schweiz. Nutzen wir dieses Privileg! Sie können den Unterschriftenbogen aus dem Internet herunterladen: www.svp-aesch.ch/dom oder bei mir direkt unterschreiben.

Ueli Siegenthaler Präsident, überparteiliches Referendumskomitee


Jeder grüne Fleck wird verbaut

Liebe Aescher und Aescherinnen. Sind wir uns bewusst, was das heisst: ein Dom im Löhrenacker für Aesch. Für die Vereine und die Bevölkerung muss es auch stimmen. Wir sind eine Stadt und jeder grüne Fleck wird verbaut mit Beton. Aesch wächst rasant an, und jeder hat es entdeckt, auf dem Land zu wohnen. Wir brauchen auch die Natur für Mensch und Tier. Ruhe und Stille tut der Seele gut. Die Kinder sollten wieder vermehrt mit dem Velo oder den öffentlichen Verkehrsmitteln an die Trainings fahren. Elterntaxi sollten verboten werden, den Kindern sollte mehr Vertrauen geschenkt werden, den Schulweg allein zu meistern. Mit dem Dom gibt es mehr Verkehr und Lärm. Das Eidgenössische Schwingfest wollte Aesch auch nicht. Mann kann im Leben nicht immer den Fünfer und das Weggli haben.

Gabriela Germann


Gebäude brauchen gutes Fundament

Aesch ist im Begriff, ein eindrückliches Gebäude für Sport und Kultur auf die Beine zu stellen. Eindrücklich nicht nur in seinem Äusseren, sondern auch in Bezug auf die anfallenden Kosten. An der Gemeindeversammlung von 15. Juni konnten zwar mehr Anwesende ausgemacht werden als an anderen Gemeindeversammlungen. Und doch war es ein verschwindend geringer Anteil der in Aesch stimmberechtigten Bevölkerung. Aber dies ist halt so. An einer Gemeindeversammlung wird sich immer nur ein Bruchteil des Stimmvolkes einfinden. Und so kommen wir wieder zum im Titel beschriebenen Fundament. Ein solches Projekt sollte auch beim Stimmvolk auf eine breite Abstützung zählen können. Damit eine Abstimmung an der Urne aber überhaupt erst möglich ist, braucht es ein Referendum. Wir sind überzeugt, dass über solch weitreichende Beschlüsse an der Urne abgestimmt werden sollte. Wir appellieren an alle Stimmberechtigten Aescherinnen und Aescher, dieses Referendum zu unterstützen. Egal ob man nun für oder gegen diesen Dom ist – wenn dieses Referendum zu Stande kommt geben wir allen Stimmberechtigten die Möglichkeit bei diesem Grossprojekt mitzureden. Entsprechende Referendumsbogen sind beim Präsidenten des überparteilichen Referendumskomitees erhältlich: Ueli Siegenthaler, Klusstrasse 43, 4147 Aesch.

Jolanda Zeller, Thomas Meyer